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Zwischen Drehbank und CNC-Fräse2015-07-14-Logo_Kreativ Dialog

Am 30. Juni kamen abends in Eberswalde Kreativschaffende verschiedenster Couleur zusammen. In dem Format 6×6 stellten sich sechs Personen jeweils sechs Minuten vor. Der Abend, organisiert vom Ministerium für Wirtschaft und Energie Brandenburg, fand im Rahmen der Reihe Kreativ Dialog statt.

 Um 19 Uhr beginnt das Programm, viele sind aber schon früher da. Im Zwischenraum in der Havellandstraße 15 stehen Getränke und Speisen bereit, 2015-07-14-Logo_Kreativ Dialog.Menschen1ebenso wie eine kleine Spendenkasse. Man macht sich schon mal bekannt.

Die bereitgestellten Stühle sind irgendwann aus, eine Bank muss aushelfen. Fünfzehn Menschen waren erwartet, nun sitzen circa 30 Leute in einer Werkstatt des Zwischenraums – Veranstalter, Engagierte der offenen Räume und Interessierte. Ein aufmerksam entspanntes Publikum, da hält man als Referent die Nervosität gerne aus.

Ein paar einleitende Worte zu den Räumlichkeiten, dann stellt Katja Dietrich-Kröck das Format vor: Bei den Referenten soll eine Bandbreite aus den 11 Branchen der Kreativwirtschaft erreicht werden. Die Reihenfolge des Abends wird ausgelost, danach hat der jeweilige Referent genau sechs Minuten um sich vorzustellen; dabei kann er die Art und Weise der Darstellung frei wählen.

 

2015-07-14-Logo_Kreativ Dialog.Menschen2Tereza und Jörg stellen sich, das Gut Stolzenhagen und ihre Stühle vor. Diese fertigen sie vor Ort. Ein Modell „Bison“, für den Außenbereich, das Andere, die „Gazelle“, ist besonders leicht. Dass man sogar damit tanzen kann, erklärt Tereza und dreht sich. Der Stuhl schwingt auf ein paar ihrer Finger mit.

Kai vom Kanaltheater ist der Nächste, er springt heute nur ein. Frei assoziiert er sich von seinem handwerklichen Berufsweg in der DDR zu seiner heutigen Tätigkeit beim Kanaltheater. Die vielfältigen Reaktionen aus dem Publikum bezeugen Interesse wie Kontroverse, aber auf jeden Fall die volle Aufmerksamkeit.

Mit den Verlag Biber und Butzemann besetzt Stefanie Biber-Geske eine Nische. Einst im Urlaub mit ihren Kleinen, gab es keine Kinderbücher, die an dem jeweiligen Orten spielten. Verwundert darüber, wurde daraus die Idee und Tat, selbst solche Kinderbücher zu schreiben. Der Verlag und die Buchmesse BUCHBERLIN schlossen sich an. Ein paar ihrer Bücher werden derweil durch die Reihen gereicht.

Steffi Ribbes Präsensation gibt etwas her für die Augen. Von Bild zu Bild schildert sie, wie sie alten Möbelstücken neuen Stil gibt. Entsprechend ihrem Label „Farbknall“ mag sie es gerne bunt. Zusammen mit ihren Kunden verwandelt sie Stühle, Regale und mehr, in Unikate.

Die bildende Künstlerin Ina Abuschenko-Matwejea fragt, was Kunst ist und ob sie einen Zweck hat. Bilder ihrer Werke laufen im Hintergrund während sie Picasso rezitiert, der sich schon zu diesem Thema in Worte zu fassen versuchte.

Brian Crotty beschäftigt sich mit umweltverträglichen Materialien innerhalb des Labels BioInspiration. Die Kickstarterkampagne für einen kompostierbaren Kunststoff zum 3D-Drucken läuft bald an. Die Modelle, die er ins Publikum gibt, sind nur einen Raum weiter gedruckt worden.2015-07-14-Logo_Kreativ Dialog-Eingang

Er gehört zu den regelmäßigen Besuchern in den Werkstätten des Zwischenraums in der Havellandstraße, denn neben CNC-Fräse und Drehbank finden sich hier auch 3D-Drucker, an denen er sich direkt ausprobieren kann. Die vom Hebewerk e.V. getragenen Räume haben viele illustre Gäste, vom technikaffinen Bastler bis zum vegetarischen Lebenskünstler ist alles vertreten.

 

Jeder der sechs Kreativschaffenden nimmt seinen Applaus entgegen, aber diese knappen Minuten vorn waren eigentlich nur das Appetithäppchen. Kaum erheben sich die ersten Zuschauer, umringen schon die ersten die Referenten. Für Fragen ist ab jetzt reichlich Zeit, und noch mehr für Antworten. Auf dem Balkon warten Getränke, frisches Brot, Aufstrich, Häppchen.

Über die angeregten Gespräche schleicht sich die Nacht recht unbemerkt ein.

 

Informationen zu weiteren Veranstaltungen im Zwischenraum des Hebewerk e.V. sowie Verlinkungen zu den Referenten des 6×6 Netzwerkabend sind im Internet unter www.hebewerk-eberswalde.de zu finden.

 

Wir danken Ulrike Gatz  als Autorin und Christoff Gäbler als Fotograf

Kennst du die Initiativen Hebewerk e.V., WandelBar, Freiraum, Tauschring und ALNUS e.V.?

Die fünf Initiativen wollen in Eberswalde Stadtzentrum die bundesweit ersten kommunalverankerten offenen Räume angelehnt an das österreichische OTELO-Konzept schaffen.

OTELO lebt von der Idee, Menschen einen offenen Raum für kreative und technische Aktivitäten zu ermöglichen. OTELO selbst versteht sich als Modell, das diese Idee abseits urbaner Ballungszentren mithilft von kostenloser Basisinfrastruktur, niederschwelligen Gemeinschaftsräumen und Kleinlaboren – den so genannten „Nodes“- realisiert.

Die Idee wurde unter Anderem auch von dem Projekthaus 100x Neues Leben in Angermünde beflügelt. Mit Unterstützung der Breuninger Stiftung, dem Land Brandenburg und der EU sollten 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, vorwiegend aus dem Landkreis Uckermark, neue Formen der Arbeit ausprobieren. In der Grundidee war eine Testphase des bedingungslosen Grundeinkommens für Jedermann vorgesehen, welches jedoch aufgrund von bürokratischen und verwaltungsrechtlichen Hindernissen nicht umgesetzt werden konnte.

Herr Ritter stellte am 06.03.2015 in den offenen Räumen der Initiativen, mit dem Übergangsnahmen „Zwischenraum“, dieses Projekt kurz vor und schilderte die Schwierigkeiten und Erfolge. Leihweise stellte der europäischer Regionaler Förderverein e.V. dem formalen Träger der Räumlichkeiten und Ansprechpartner gegenüber der Stadtverwaltung zwei 3D-Drucker Leihweise zur Verfügung. Die Trägerschaft hat der Verein Hebewerk übernommen.

Nach einem langen Kampf in den Ausschüssen und Stadtverordnetenversammlungen im vierten Quartal 2014 wurde nun ein Betrag in den kommunalen Haushalt der Stadt eingestellt um die Räume zu ermöglichen. Das Wunschgebäude der Initiativen, der bahnhofsnahe Kupferhammerweg 1, wurde kurzfristig leider an die Niederbarnimer Eisenbahn AG vergeben. Als „Zwischenraum“ gibt es vorerst Räumlichkeiten in der Havellandstraße 15 und der Eisenbahnstraße 69 in Eberswalde.

Die Initiativen bringen schon eine ganze Reihe an Veranstaltungen und vor allem Erfahrung mit, wie die Räume offen für alle genutzt werden können. Zu den bisherigen Veranstaltungsformaten der Initiativen gehörten: 3D-Drucken, CNC-Fräsen, Repair Cafés, Linux-Node, TransitionTown Bewegung, Grüner Bahnhof, Saatguttauschmarkt, Lastenradbau, Gemeinschaftsgärten, Tausch-, Leih-, und Verschenkeladen, Postwachstumsökonomie und noch viele weitere Veranstaltungen, Vorträge, Diskussionen und Gruppen zu alternativen und/oder gesellschaftrelevanten und -kritischen Themen.

Habt auch ihr Ideen und Projekte und sucht Mitstreiter und kreative Köpfe mit unterschiedlichen Fähigkeiten?

In der Havellandstraße 15 ist Platz für Werkstätten und größere Veranstaltungen, in der Eisenbahnstraße 69 werden ein Tausch-, Leih- und Schenkladen und kleinere Veranstaltungen geben. In der Havellandstraße geht es also dadurch eher technisch zu. Es gibt momentan eine CNC-Fräse, mehrere 3D Drucker sowie andere Werkzeuge und Büroutensilien. Weitere Geräte werden folgen. Dabei geht es auch darum den Arbeitsablauf und die Software spielerisch kennen zu lernen. Vor jedem 3D Druck steht nun mal eine Zeichnung, die dann mit einer speziellen Software aufgearbeitet wird.

Ihr seid hierzu herzlich willkommen eure eigenen Ideen und Projekte umzusetzen, Gruppen und Vereine mitzubringen und/oder zu gründen oder an bestehenden Veranstaltungen teilzunehmen und mitzuwirken. Einen ersten Eindruck von der Vielfalt der Themen und aktuelle Termine erhaltet ihr bei Facebook hier: https://www.facebook.com/pages/Hebewerk-e-V/488768351154948?fref=tsHebewerk e. V.

Christo