Bernauer Voltigierteam siegte nach Frankreich auch in den Niederlanden

Im holländischen Ermelo ging es am ersten Maiwochenende in die nächste Qualifikationsrunde zur Junioreneuropameisterschaft 2018. Das Junior- Par-de-Deux aus Bernau vom „Reitverein Integration“ machte sich am Mittwoch, den 2. Mai 2018  auf den Weg ins 600 km entfernte Ermelo in den Niederlanden. Das Gelände des hippologischen Pferdesportzentrums Ermelo lud bei sonnigen 25 °C und besten Pferdesportbedingungen die  Voltigierer aus 13 Nationen ein, ihr Bestes zu geben.

So war es nicht verwunderlich, dass dieser Leistungsvergleich von vornherein ein sehr hohes Niveau versprach. Schon einen Startplatz zu erhalten, ist eine besondere Ehre. Die Bundestrainerin Ulla Ramge entscheidet, wer die deutschen Farben bei diesem Turnier vertreten darf.

Dementsprechend fokussiert gingen Diana Harwardt und Peter Künne in den ersten Umlauf. Akribisch bereitete Trainerin Andrea Harwardt die beiden Junioren vor, ging mit ihnen die Übungen nochmal einzeln durch, erinnerte an Körperhaltung und Aufrichtung, wies auf mögliche Fehlerquellen hin. Parallel erarbeitete Hendrik Falk die Wettkampfform mit Voltigierpferd „Sir Laulau“. Der Pferdetrainer ritt den 1,82 cm großen Wallach erst warm. Intensiv achtete er darauf, dass das 800 kg schwere Pferd sich dehnt und biegt, im Rücken und all seinen Gelenken schwingt, um eine gute „Bühne“ für die spätere Voltigierkür zu bieten. Besonders Vertrauen und eine gute Abstimmung sorgen dafür, dass das Pferd später in der Prüfung gehorsam am Ende der 8 Meter langen Longe gleichmäßig galoppiert.

Das erprobte Konzept

ging auf. Diana und Peter zeigten ihre sehr anspruchsvolle Kür zum Thema „Wie Phönix aus der Asche“ mit einer sehr guten Ausführung und erhielten dafür die Note 8,3 und ein großes Lob von der Bundestrainerin. Sie konnten damit deutlich in Führung gehen und verwiesen die amtierenden Deutschen Meister aus Nordheim und die Seriensieger von 2017 aus Hamburg (wenn auch in neuer Besetzung) auf die Plätze 2und 3.

„Jetzt freut euch erstmal“ voller Freude umarmte Ulla Ramge die beiden Junioren. „Aber ab heute Abend dann wieder volle Konzentration auf den morgigen zweiten Durchgang!“

Dieser war dann am Samstag, den 5. Mai um 8.30 Uhr. Das bedeutete, sehr früh aufstehen, um alle Vorbereitungen auch ohne Zeitdruck abarbeiten zu können. Das eingespielte Team teilte sich auf und arbeitete routiniert den Zeitplan Punkt für Punkt ab. Vom Pferd füttern, Putzen, Reiten, Gurten über Schminken, Frisieren, Kostüm anziehen bis hin zum Erwärmen und Einturnen. Jeder Handgriff musste sitzen, damit das Team pünktlich um 8.38 Uhr an den Start gehen konnte.

Die Techniker des Veranstalters waren leider nicht ganz so gut vorbereitet und starteten die Kürmusik versehentlich nach kurzer Unterbrechung ein zweites Mal. Nur kurz irritiert fanden Diana und Peter aber schnell wieder ihren Rhythmus und gewannen überlegen auch den zweiten Umlauf.

Nach dem Sieg beim CVI Saumur vor vier Wochen konnte das Voltigierteam aus Brandenburg nun auch den Gesamtsieg im Ermelo mit einer Traumnote von 8,0 mit nach Hause nehmen.

Die nächste Bewährungsprobe

steht den beiden Spitzensportlern bereits in drei Wochen bevor. Das Gelände des Deutschen Olympischen Komitees für Reiterei im Warendorf öffnet vom 25.-27. Mai seine Pforten und lädt traditionell zum „Preis der Besten“ ein. Dann geht es um nichts Geringeres als um die Nominierung zur Europameisterschaft der Junioren 2018, die in diesem Jahr vom 1.-5. August in Ungarn stattfinden.

Text: Andrea Harwardt

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