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Upgrade – besser Arbeiten im Barnim

Upgrade – besser Arbeiten im Barnim

 

In unseren beiden vorangegangenen Veröffentlichungen haben wir über das Projekt UPGRADE – bessere Arbeiten im BarnimeRFV-logo berichtet. Das Projekt, welches Anfang 2014 begann wird nun am 31.3. auslaufen. Mit dem Projekt wurden gute Erfahrungen gemacht, die würdig sind verallgemeinert zu werden. Das Projekt kann und sollte auch auf andere Landkreise der BRD angewandt werden. Für jede Region muss es natürlich angepasst und eine Chancenanalyse vorab durchgeführt werden.

Die Ergebnisse müssen nun detailliert ausgewertet werden. Der Weg des Projektes, mit all seinen Schwierigkeiten und deren Lösungen, wird nachvollziehbar aufgezeigt. Die Akteure dieses Projektes sollen ihre Erfahrungen weitergeben. Sie haben ein großes Potential an Erfahrungen erarbeitet. Einiges kann in folgenden Projekten helfen. Unternehmer, Jobcenter und Arbeitsagenturen sind aufmerksam geworden.

So können andere Landkreise oder Institutionen die ähnliches vorhaben, auf das Projekt zurückgreifen. Viel kann verallgemeinert werden, z.B, wie man die Vorbereitungszeit verkürzt wenn man die richtigen Ansprechpartner kennt, die helfen potentielle Partner zu finden.

Die Wege die im Projekt gegangen wurden, waren sehr vielfältig und individuell, sollten doch alle eine gleiche Chance und Ziel erhalten.

Das Projekt wurde von den Teilnehmer positiv erlebt. Wurde ihnen doch eine Chance geboten, sich weiter zu entwickeln,eu Weiterbildungsmaßnahmen abzuschließen, neue Arbeiten kennenzulernen und eine Möglichkeit zu bekommen ihr Einkommen von unter 450,00 € im Monat auf Dauer zu erhöhen. Die individuelle Begleitung und aufeinander zu gehen, war auch ein Punkt der bei vielen sehr gut angenommen wurde. Die Wege der Einzelnen waren natürlich sehr unterschiedlich, geschuldet den Lebensumständen und auch Zwängen und Ängsten. Den Mitarbeitern/innen des eRFV e.V. ist es sehr gut gelungen ein dieses Projekt erfolgreich abzuschließen.

Wir denken, das die Erfahrungen die mit diesem Projekt gemacht wurden, im Bundesgebiet verallgemeinert werden können. Solche Projekte können auch in Zukunft Menschen helfen und die Arbeit der Arbeitsagentur positiv unterstützen, besser ausgebildete und motivierte Mitarbeiter den Unternehmen zu vermitteln.

 

 

 

UPGRADE – bessere Arbeiten im Barnim

UPGRADE – bessere Arbeiten im Barnim

Greifbare Ergebnisse….

 

In unserem vorangegangenen Bericht (klick) hatten wir über ein Projekt berichtet, welches 49 arbeitslos gemeldeten eRFV-logoALG-II-Empfänger/innen, die geringfügig beschäftigt sind, hilft, den Transferbezug zu mindern oder zu beenden. Dieses Projekt wird im Rahmen des Landesprogramms Perspektive Arbeit vom eRFV e.V. (europäischer Regionaler Förderverein e.V.) durchgeführt. Mit der jahrelangen Erfahrung in der Arbeit mit dieser Klientel und dem Elan etwas zu erreichen, sind greifbare Ergebnisse zu verzeichnen. Für alle Beteiligten erstaunlich, das „Finden“ der Teilnehmer, das Gewinnen für das Projekt war der zeitintensivste Prozess. Er bescherte den Mitarbeitern/innen des Projektes eine lange Zeit der Recherche, der Ansprache von potentiellen Teilnehmern, der Besuche bei Unternehmern, der Gespräche mit Arbeitsagenturen und dem Jobcenter. Potentielle Teilnehmer wurden persönlich aufgesucht und Einzelgespräche geführt. Die Teilnehmer kamen, wie in der Projektaufgabe beschrieben, aus dem gesamten Barnim, von Bernau, Eberswalde, Werneuchen, Paarstein bis hin nach Oderberg.

Es wurde mit jedem Teilnehmer über seine Stärken und Schwächen gesprochen. Viele trugen private Probleme mit sich herum, die in gemeinsamer Arbeit geklärt wurden, damit der Kopf frei war, um sich auf die Weiterentwicklung im Berufsleben zu konzentrieren.

Ebenso schwierig gestaltete sich die Kontaktaufnahme mit Arbeitgebern. Mit vielen kleinen und mittelständischen Firmen der Region wurde gesprochen. Sie sollten ja geeignete Arbeitsstellen im Bereich aufweisen und auch bereit sein, die Teilnehmer in ihren Bemühungen um eine verbesserte Einkommenssituation unterstützen. Die Unternehmen waren gefordert, trotz laufendem Arbeitsprozess, gemeinsam mit dem Träger des Projektes herauszuarbeiten, wer von ihren Minijobbern geeignet und willig ist, seine Potentiale zu entdecken und diese dann auch in der Arbeit zur Geltung zu bringen. Dazu gehören der Wille und das Potential bei den Teilnehmern, als auch die Möglichkeit und Chance der Firmen, die Mini-Jobber schrittweise auf höherem Niveau zu beschäftigen.eu

Nachdem nun die Teilnehmer durch Mundpropaganda, Zeitungsanzeigen, Flyer und durch die Akquisetätigkeit der Projektmitarbeiter gefunden waren, konnte aktiv mit der inhaltlichen Arbeit begonnen werden. Nach Analyse der Arbeitsplätze und Gesprächen mit den Teilnehmern wurde für jeden eine individuelle Strategie besprochen.

Natürlich wurden im Vorgespräch auch mögliche Weiterbildungsmöglichkeiten geprüft, um eine Qualifizierung der Teilnehmer zu gewährleisten. Qualifikation, berufliches Wissen und Know How erweisen sich als der Schlüssel für eine verbesserte Beschäftigung am Arbeitsmarkt. Wie das aussehen kann, wurde nun konkret mit dem Teilnehmer und immer auch parallel mit dem Arbeitgeber abgesprochen. Die Frage war immer, wie kann der Teilnehmer für den Arbeitnehmer einen größeren Mehrwert bringen und über diesen Weg eine Erweiterung seiner Beschäftigung in der Firma erreichen, oder aber durch die Weiterbildung und Abschlüsse eine bessere Möglichkeit auf dem Arbeitsmarkt erhalten.

Wie sah das konkret aus?

In einer Marina waren temporär für Winterarbeiten mehrere Mini-Jobber angestellt worden. Gleichzeitig wurden diese Minijobber Teilnehmer und wurden direkt durch das Projekt UPGRADE betreut. Dies lief so gut, das in einem Fall eine feste Anstellung für die anstehende Saison sehr wahrscheinlich ist. Die Leistung, die die Teilnehmer in diesem Unternehmen erbrachten, sind vom Unternehmer trotz der Parallelität von Mini-Job und Teilnahme am Projekt für gut befunden worden.

In Absprache auch mit dem Unternehmer konnte bei 2 Teilnehmern das Interesse für eine Weiterbildung geweckt werden. Sie legten erfolgreich den Motorkettensägeschein ab. Dies machten sie gern und waren begeistert dabei, wussten sie doch, dass sie dadurch besser Ausgangsbedingungen für den ersten Arbeitsmarkt erhalten. Zum Beispiel um sich erfolgreich in einem Forstbetrieb oder Gala-Bau bewerben zu können.

Wir überzeugten uns vom Projekt auch direkt vor Ort. Mit 4 Teilnehmern konnten wir uns am Arbeitsort treffen. Nach etwas Zurückhaltung kamen wir aber in ein intensiveres und offenes Gespräch. So berichteten sie, dass sie sehr viel Vertrauen und Hoffnung in dieses Projekt gesteckt haben. Jahrelange „Schleifen“ im Jobcenter, untersetzt mit Mini-Jobs hatten die Resignation groß werden lassen. Mit UPGRADE gab es eine neue Hoffnung auf Änderung. Unisono wichtig war die Unterstützung in diesem Prozess durch das persönliche Umfeld der Teilnehmer. Alle hatten zuvor mit ihren Lebenspartnern gesprochen und sich von dort Rückhalt und Unterstützung gehört. Sie organisierten z.B. selbst die gemeinsame Fahrt zum Unternehmen. Bei der Arbeit lernten sie sich auch persönlich kennen und kamen so besser mit den gestellten Aufgaben zurecht. Gut fanden sie die 4 Workshops in denen Themen wie z.B. Zeit- und Lernmanagement, Gesundheit im Alltag, Rechtsberatung oder die Zukunftswerkstatt angesprochen wurden.

Zum Teil kannten sie die Projektmitarbeiterinnen aus früheren Arbeitsgelegenheiten und hatten durch die Vielzahl an Gesprächen eine besondere Vertrauensbasis aufgebaut. Die Unterstützung seitens der Projektbetreuerinnen, die Aufnahme beim Arbeitgeber und die Möglichkeit eine Weiterbildung zu bekommen, die ihnen liegt, hat viele Projektteilnehmer begeistert. Die Betreuung durch den eRFV e.V. wird von allen als sehr gut beurteilt. Auch wenn die Teilnehmer schon sehr lange auf die Unterstützung durch die Arbeitsagentur bzw. Jobcenter angewiesen sind, sehen sie nun eine bessere Chance auf einen sicheren und auskömmlichen Verdienst.

Die Betreuung der 49 Teilnehmer erfolgt durch zwei Fachkräfte des eRFV e.V. Beide haben eine Ausbildung als Fachkraft für Arbeitsförderung. Die Zwischenergebnisse aus dem Projekt dokumentieren den Projektmitarbeiterinnen, dass sie eine sehr gute Arbeit geleistet haben. Durch die Anforderungen des Projektes, die Teilnehmer persönlich aufzusuchen, kommen sehr viel Fahrtkilometer und Zeit im Auto zusammen. Dies hat sich aber durch die Effektivität und die Intensität der Arbeit mit den Teilnehmern wieder inhaltlich ausgeglichen. Dadurch dass z.B. Teilnehmer auch in Schichten arbeiten (Reinigung), waren die Betreuerinnen durchaus auch sehr früh und spät abends unterwegs. Der Erfolg in der Arbeit mit den Teilnehmern zeigt, dass dieser Aufwand richtig war.

Die positive Motivierung der Teilnehmer spiegelt sich natürlich in den Erfolgen wieder. Es ist abzusehen, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit 17% der Teilnehmer im Anschluss an das Projekt weniger Leistungen von der Arbeitsagentur bzw. dem Jobcenter benötigen werden.

Schon jetzt kann man abschätzen, dass ein solches Projekt auch in Zukunft Menschen helfen kann und die Arbeit der Arbeitsagentur positiv unterstützt. Den Unternehmen im Barnim werden dadurch qualifizierte Mitarbeiter an die Seite gestellt. Ein Unternehmer wird hierbei immer einen Mehrwert aus dem Projekt ziehen können. Besser ausgebildete und motivierte Mitarbeiter stärken ein Unternehmen.

Zum Ende des Projektes werden die endgültigen Erfolgszahlen feststehen. Wir werden an dieser Stelle darüber berichten.

UPGRADE – Bessere Arbeit im Barnim

Umsetzung des Landesprogramm: eu

Perspektive Arbeit – Regionale Projekte für Arbeitslose

Dieses Landesprogramm fördert 2014/2015 aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Projekte die auf Langzeitarbeitslose zugeschnitten sind. Im Barnim gibt es, neben anderen Vorhaben, das Projekt:

UPGRADE – Bessere Arbeit im Barnim

 

Ein Projekt, welches arbeitslose Menschen zu einem besseren Einkommen oder zu einem festen Job verhilft?

Ein Projekt, das auf Menschen zu geht und sie fördert aber auch fordert?

Kurz um, es geht hier um Menschen die arbeitslos sind, einen Minijob haben und die sich weiter beruflich entwickeln möchten.

Der europäische Regionale Förderverein e.V. (eRFV e.V.) mit dem Sitz in Pinnow hat sicheRFV-logo sozialen Projekten verschrieben. 1998 hat sich der Verein gegründet. In der Satzung des Vereins ist eine AGENDA21 pragmatisch verankert. Für die Region Barnim/Uckermark/Märkisch Oderland will der Verein die regionale Entwicklung aktiv begleiten und unter anderem auch die Perspektiven für Langzeitarbeitslose verbessern.

Der Verein ist bei uns in der Region als Träger des Nationalen Geoparks Eiszeitland am Oderrand (2005 bis 2012), als Träger des Europazentrums Brandenburg Berlin, als Träger der KAG Region Finowkanal und als Initiator und Träger vielfältiger arbeitsmarktlicher Projekte bekannt. Von ABM, SAM, BSI bis Regionalbudget, der eRFV e.V. hat sich als Dienstleister der Kommunen, der Arbeitsagentur und des Jobcenters präsentiert. In der Region, im Land Brandenburg und auch europaweit hat sich der Verein einen anerkannten Ruf zur zuverlässigen Umsetzung von Projekten gemacht.

Anfang 2014 wurde das Projekt begonnen. Das ehrgeizige Ziel war, mindestens 42 Teilnehmer/innen in das Programm zu integrieren und eine möglichst große Anzahl dieser Teilnehmer weiterzuentwickeln, den Mini-Job zu stabilisieren und den Transferbezug zu reduzieren. Bedingung für die Teilnahme ist, dass die Teilnehmer bereits einer Tätigkeit in einem Mini Job, also mit einem Einkommen unter 450,00 € im Monat nachgehen. Die Mitarbeiter des eRFV e.V. gingen und gehen aktiv auf die Teilnehmer zu. Erste Gespräche wurden bei den Teilnehmern, oder an einem von ihnen benannten Ort durchgeführt.

Die Arbeitgeber, bei denen die Teilnehmer bereits in Mini Jobs beschäftigt waren, wurden bereits vor der Kontaktaufnahme mit dem Teilnehmer mit einbezogen. Dadurch wurde ein besonderes Vertrauensverhältnis zwischen Teilnehmer, Firma und Träger hergestellt.

Mit dem Arbeitgeber wurden z.B. Fragen besprochen wie:

  • Welche Voraussetzungen haben die Teilnehmer um beruflich weiterzukommen?
  • Sieht der Arbeitgeber womöglich andere Einsatzgebiete die dem Teilnehmer mehr liegen, er aber mangels Qualifikation dort nicht eingesetzt werden kann?
  • Welche Möglichkeiten der Weiterentwicklung sind bei dem Arbeitgeber möglich, um den Teilnehmer in eine andere Tätigkeit zu bringen oder die jetzige Arbeitsaufgabe so zu erweitern, dass der Transferbezug beendet oder zumindest verringert wird?

All das wurde diskutiert: Individuell, mit dem Arbeitgeber, mit Partnern und ein möglicher Entwicklungsweg ermittelt. Das bedeutet zum Beispiel die Vermittlung von Weiterbildungsmaßnahmen. Immer dort, wo sich ein Bedarf auftat, wurde der richtige Bildungsweg gefunden. Diese maßgeschneiderten Weiterbildungen werden aus dem Förderprojekt heraus finanziert. Eine Mehrbelastung entsteht auf diesem Weg weder dem Teilnehmer noch dem Arbeitgeber. Der jetzige Mini Jobber kann dadurch für den Arbeitgeber interessanter werden, da er ein breiteres Spektrum leisten kann. Als Ergebnis könnte ein erweiterter Arbeitsvertrag stehen, so die Theorie. Die Praxis zeigt, dass es umsetzbar ist. Erste Ergebnisse sind zu erkennen, obwohl das Projekt noch nicht beendet ist.

Wir werden dieses Projekt weiter verfolgen und in Kürze erneut berichten.