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Menschen mit Behinderungen aus Lobetal freuen sich über ihr Intranet

Menschen mit Behinderungen aus Lobetal freuen sich über ihr Intranet 

Teilhabe für Menschen mit Behinderung ist in aller Munde und im gesellschaftlichen wie politischen Fokus. Auftrieb erhielt das Thema vor über 10 Jahren durch die UN-Behindertenrechtskonvention. Diese wurde von den Vereinten Nationen im Dezember 2006 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen beschlossen und in Deutschland zweieinhalb Jahre später ratifiziert.

 

Die UN-Behindertenrechtskonvention beinhaltet

– neben der Bekräftigung allgemeiner Menschenrechte auch für behinderte Menschen – eine Vielzahl spezieller, auf die Lebenssituation behinderter Menschen abgestimmter Regelungen. Teilhabe am öffentlichen und gesellschaftlichen Leben ist dabei ein zentraler Aspekt.

Ein weiterer Schritt in diese Richtung wird das Gesetz zur Stärkung der Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen, kurz Bundesteilhabegesetz (BTHG) bringen, das am 01.01. 2017 in Kraft getreten ist. Damit verbindet der Gesetzgeber das Ziel, auch im Hinblick auf die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK), eine zeitgemäßere Gestaltung mit besserer Nutzerorientierung und Zugänglichkeit sowie eine höhere Effizienz der deutschen Eingliederungshilfe zu erreichen.

Damit ist auch die Hoffnungstaler Stiftung Lobetal gefordert, die Teilhabemöglichkeiten von Menschen mit Behinderung zu verbessern. Ein zentrales Element dabei ist die Entwicklung bzw. die Bereitstellung barrierearmer Informations- und Kommunikationsstrukturen.  Hier kommen die digitalen Medien in das Spiel. Eine wichtige Plattform bildet künftig das Intranet der Eingliederungshilfe.

 

„Dieses Intranet ist ein wichtiges Instrument, um Teilhabe von Menschen mit Behinderung zu ermöglichen. Es schafft einen neuen Raum der gegenseitigen Information, des Austausches und der Freizeitgestaltung“, erläutert Arvids Schaub, Leiter der Eingliederungshilfe der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal. „Wir haben das Intranet unter Beteiligung der Leistungsberechtigten entwickelt und konsequent nach deren Bedürfnissen und Möglichkeiten ausgerichtet.“ Von Leistungsberechtigten auch zukünftig weiterentwickelt wird das Intranet von uns als ein „lernendes System“ verstanden.

 

Doch wie mit Leben füllen?

Die Antwort darauf war der Fotowettbewerb „Mein Leben, hier“. Dieser sollte die Leistungsberechtigten mit dem Intranet vertraut machen. Dort sollten die Bilder präsentiert werden und ein Voting stattfinden. Im Herbst 2016 wurde der Wettbewerb gestartet. Innerhalb eines Monats entstanden mit 33 Kameras mehr als 3.000 Bilder. In einem mehrstufigen Auswahlverfahren wurden schließlich 10 Gewinnerbilder gewählt und am 30. September 2017 prämiert. Über den ersten Preis konnte sich Herr Liese aus der Einrichtung in Blütenberg freuen.

 

Eine weitere Aktion kam hinzu.

Alle Bereiche der Eingliederungshilfe wurden motiviert, ihr Können zu zeigen. Sie waren aufgefordert, anhand eines Fragenkatalogs Konzepte für die zukünftige Redaktionsarbeit zu entwickeln. Dabei winkten Sachpreise von 500 bis 3.000 Euro, die die Teams in ihrer journalistischen Arbeit verwenden können. Es wurden 14 Redaktionsteams gegründet. Das Team der Wohnstätte Sydower Feld machte dabei das Rennen.

Zugang finden die Leistungsberechtigten über ein Passwort. Bei der Gestaltung und der Konzeption des Intranets für Leistungsberechtigte wurden folgende Grundsätze als Ausgangspunkt definiert:

  • Die Ziele des Intranets für Leistungsberechtigte sind in erster Linie die Vernetzung der Einrichtungen und der begleiteten Menschen untereinander, die einfache Verfügbarmachung von Information sowie die Animation zur aktiven Teilnahme an dem Projekt.
  • Dabei muss die Nutzung des Intranets für Leistungsberechtigte sehr einfach und verständlich aufgebaut und gestaltet sein.
  • Die unterschiedlichen Nutzergruppen müssen klar definiert und in geeigneter Weise angesprochen werden.
  • Die Mitarbeiter müssen als Mittler und Botschafter für das Intranet in die Arbeit mit einbezogen werden.

Konzeptionell und inhaltlich begleitet wurde die Einführung des Intranets durch die Agenturen wissensWert (Strategie) und designenergie Werbeagentur (Kommunikation und Gestaltung). „Selten begegnen uns im Agenturalltag so besondere und spannende Zielgruppen. Das ist lehrreich und das Aufbrechen alter Gewohnheiten – und das macht einfach Spaß.“

„Wir sind überwältigt vom Erfolg des Wettbewerbs“, so Arvids Schaub am Ende der Preisverleihung. Eine Wiederholung des Fotowettbewerbs in 2018 ist deshalb jetzt schon fest geplant.

Träger der Eingliederungshilfe ist die Hoffnungstaler Stiftung Lobetal im Verbund der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel. Sie verfügt über Angebote der Altenhilfe, der Eingliederungshilfe, der Ausbildung in sozialen Berufen, der Migration, der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung, der Medizinischen Versorgung, der Suchthilfe sowie der Kinder- Jugendhilfe mit Standorten in Berlin, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

 

Quelle:

Hoffnungstaler Stiftung Lobetal

 

 

 

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