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Stadtwerke schalten den Turbo im Stromnetz an

 

Zweite Schaltanlage im Umspannwerk Zepernicker Chaussee fertiggestellt – erhöhte Mittelspannung macht Bernau fit für Zuzug von Unternehmen und Menschen

 

Gemeinsam drückten Bernaus Bürgermeister André Stahl und die Geschäftsführerin der Stadtwerke Bernau, Bärbel Köhler, am 29. April 2016 den Startknopf und nahmen so die zweite Schaltanlage im Umspannwerk an der Zepernicker Chaussee in Betrieb Foto: Staetwerke

Gemeinsam drückten Bernaus Bürgermeister André Stahl und die Geschäftsführerin der Stadtwerke Bernau, Bärbel Köhler, am 29. April 2016 den Startknopf und nahmen so die zweite Schaltanlage im Umspannwerk an der Zepernicker Chaussee in Betrieb
Foto: Staetwerke

BERNAU BEI BERLIN. Mit einem Knall haben die Stadtwerke Bernau den Turbo fürs Stromnetz angeschaltet: Am Freitag, 29. April, drückte Geschäftsführerin Bärbel Köhler gemeinsam mit Bernaus Bürgermeister André Stahl den Startknopf und nahm so die  zweite Schaltanlage im Umspannwerk an der Zepernicker Chaussee in Betrieb. Mit dem Umlegen des Leistungsschalters im Inneren des neuen Gebäudes ist ein großer Schritt getan: „Zugegeben: Das sieht alles unscheinbar aus. Für uns ist es ein Meilenstein, mit dem wir Bernau als Wirtschafts- und Lebensraum noch ein Stück attraktiver machen“, erklärte Bärbel Köhler vor Ort. Das neue Schalthaus dient dazu, die Mittelspannung im Versorgungsgebiet der Stadtwerke Bernau in Zukunft mit einer höheren Spannung zu betreiben – künftig sind es 20 Kilovolt (kV), bis jetzt waren es 10 kV. Der Vorteil: Ein effizienteres und leistungsfähigeres Netz, das mehr elektrische Leistung mit geringeren Übertragungsverlusten über mittlere Entfernungen transportieren kann. „Die höhere Effizienz und Leistungsfähigkeit des Netzes ist eine wesentliche Voraussetzung für die sichere und zuverlässige Stromversorgung der wachsenden Stadt“, betonte die Geschäftsführerin. Mehr Wohnraum, mehr Einwohner und mehr Wirtschaftsunternehmen bedeuteten schließlich einen höheren Strombedarf. Insgesamt investieren die Stadtwerke in die neue Schaltanlage rund 690.000 Euro.

 

Umstellung erfolgt abschnittsweise

Im November begannen auf dem Gelände in der Zepernicker Chaussee die Vorarbeiten für das Schalthaus. Nach der Anlieferung des Betonkörpers folgten der Innenausbau und die Installation der Schaltanlage. Jetzt ist das Schalthaus betriebsbereit. Die Umstellung des Netzes auf 20 Kilovolt erfolgt Stück für Stück. „Bis wir die ersten Abschnitte endgültig mit der höheren Spannung betreiben, sind noch ein paar Netzarbeiten notwendig“, informierte Bärbel Köhler und fügt an: „Manche Bauteile müssen dazu noch ausgetauscht werden, da sie lediglich für 10 Kilovolt ausgelegt sind.“ Läuft alles nach Plan, werden bis Jahresende erste Etappen umgestellt sein.

 

Von Stromautobahnen und Landstraßen

Von der höheren Netzspannung werden Privathaushalte, Handel und Gewerbebetriebe nichts mitbekommen. Denn sie werden über die Verteilnetze mit 230 bzw. 400 Volt versorgt. Dazu regeln Transformatoren im Netzgebiet die Mittelspannung von 10 kV oder 20 kV auf diese Ebene herunter. „Wenn wir die Verteilnetze als Landstraßen betrachten, dann entspricht das Mittelspannungsnetz den Bundesstraßen. In Bernau haben wir diese jetzt mehrspurig ausgebaut, um im Vergleich mit Straßen zu bleiben“, erklärte Bärbel Köhler und fügte an: „Das vorgelagerte Hochspannungsnetz wäre bei diesem Bild dann quasi die Autobahn.“

 

Im Umspannwerk in der Zepernicker Chaussee wird der Strom von der Hochspannung auf das mittlere Spannungsniveau heruntergeregelt. Vor allem auf der Ebene der Verteil- und Mittelspannungsnetze sei die Energiewende am stärksten spürbar, informierte die Geschäftsführerin. Denn dort wird vermehrt regenerativ erzeugter Strom eingespeist. „Früher wurde der Strom von großen Kraftwerken in nur eine Richtung zum Verbraucher transportiert. Heute gibt es durch Solar- und Windkraftanlagen Gegenverkehr im Netz“, erläuterte Bärbel Köhler. Das bedeutet, dass Netze leistungsfähiger und flexibler regelbar sein müssen. Das neue Schalthaus bringe deshalb auch die Energiewende in der Region voran. „Wir können jetzt einen Einspeisepunkt auf der 20-Kilovolt-Ebene bieten. Das ist für Investoren attraktiv, da sich die Netzverluste gegenüber der bisherigen Spannung vierteln“, erklärte die Geschäftsführerin.

 

Netzleitstelle: Aus eins mach zwei

Auch in der Netzleitstelle ist die Veränderung des Umspannwerks zu sehen: Auf den Bildschirmen dort ist jetzt nicht mehr nur ein Netz abgebildet, sondern es sind zwei Netze zu sehen. Rund um die Uhr haben dort die Mitarbeiter der Stadtwerke die Energienetze fest im Blick. „Energieversorgung ist komplexer geworden – nicht nur aus technischer Sicht. Damit Bernau heute und morgen zuverlässig mit Wärme und Strom versorgt werden kann, haben wir engagierte und gut ausgebildete Mitarbeiter, mit denen wir die Energiezukunft der Region meistern werden“, zeigte sich Bärbel Köhler überzeugt und sagte dazu:  „Die Herausforderungen, die sich uns bieten, nehmen wir auch im 25. Jahr unseres Bestehens mit Elan, Herzblut und Engagement an.“

 

Bildunterschrift: Gemeinsam drückten Bernaus Bürgermeister André Stahl und die Geschäftsführerin der Stadtwerke Bernau, Bärbel Köhler, am 29. April 2016 den Startknopf und nahmen so die zweite Schaltanlage im Umspannwerk an der Zepernicker Chaussee in Betrieb.

Doppelte Spannung, doppelte Sicherheit

Doppelte Spannung, doppelte Sicherheit

Innenausbau der zweiten Schaltanlage im Umspannwerk an der Zepernicker Chaussee – Stadtwerke machen Stromnetz fit für die Zukunft

 

BERNAU BEI BERLIN. Bernau wächst – und damit auch der Strombedarf. Dass auch in Zukunft immer zuverlässig Strom in die Bernauer Haushalte gelangt, darum kümmern sich die Stadtwerke Bernau: Mit dem Bau einer zweiten Schaltanlage im Umspannwerk an der Zepernicker Chaussee erweitert das Unternehmen seine Kapazitäten und macht die Bernauer Stromversorgung zukunftsfit. „Wir bereiten dort eine Spannungsumstellung von 110 Kilovolt, kurz kV, auf 20 kV vor. Die Arbeiten im Inneren des Schalthauses kommen gut voran“, sagt Jürgen Alscher, Leiter Technik bei den Stadtwerken Bernau. Er ergänzt: „Sind sie fertiggestellt, können wir mehr Strom mit geringeren Verlusten über mittlere Entfernungen transportieren – das macht unser Netz effizienter und leistungsfähiger.“ Gleichzeitig erweitern die Stadtwerke Bernau damit Möglichkeiten für die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien. „Wir sind für die sichere Energieversorgung der Stadt in Zeiten der Energiewende verantwortlich und schaffen jetzt die Voraussetzungen, damit Bernau weiter wachsen kann“, betont der technische Leiter. In die höhere Kapazität des Stromnetzes investieren die Stadtwerke Bernau insgesamt rund 690.000 Euro. Voraussichtlich Mitte April ist es so weit: Dann erfolgt die technische Abnahme der Anlage und die Integration ins Netz. Sukzessive werden Abschnitte des Stromnetzes im Folgenden auf die höhere Spannungsebene umgestellt. „Davon werden die Bürger nichts mitbekommen – schließlich werden sie mit einer weit geringeren Spannung über unsere Verteilnetze versorgt“, ergänzt Jürgen Alscher.

 

Mehr Verbraucher erfordern stärkere Netze

Insgesamt umfasst das Netz der Bernauer Stadtwerke ca. 686 Kilometer Mittelspannungs- und Verteilnetze. Integriert ist darin seit Januar auch der Ortsteil Schönow, wo die Stadtwerke neuer Netzbetreiber sind. „Darum ist unser Stromnetz größer geworden. Auch ziehen immer mehr Menschen nach Bernau“, informiert Jürgen Alscher und ergänzt: „Neue Gebäude brauchen Strom, und mehr Abnehmer heißt in der Regel auch, dass mehr Strom durch die Leitungen fließen wird. Deshalb bauen wir unser Netz aus, dazu dient auch das neue Schalthaus.“ Parallel zum Innenausbau erfolgt die Anbindung an das bestehende Schalthaus. „Wir stimmen uns bei den Arbeiten sehr eng mit dem vorgelagerten Netzbetreiber ab, an dessen Netz unsere Mittelspannung angeschlossen ist“, erklärt Jürgen Alscher. Aktuell werden außerdem die armdicken 20-kV-Mittelspannungskabel an die vorhandenen Transformatoren angeschlossen. „Das sind quasi die Übernahmestationen, an denen wir den Strom aus dem Hochspannungsnetz mit 110 kV übernehmen und auf Mittelspannung mit 10 oder 20 kV herunterregeln“, erläutert Jürgen Alscher und fügt an: „Mit dieser Spannung speisen wir ihn in unsere Netze ein. An Transformatorenstationen wird er dann noch einmal heruntertransformiert auf die Haushaltsspannung von 230 Volt.“

 

160405-SWBe_20 kV SchalthausFoto: Stadtwerke, Parallel zum Innenausbau schließen die Stadtwerke Bernau das neue Schalthaus an die bestehende Anlage im Umspannwerk an der Zepernicker Chaussee an.

Presseinfo der Stadtwerke Bernau