Beiträge

Flüchtlinge sind in Lobetal willkommen

Rund einhundert Besucher waren am Dienstag zur Sitzung des Ortsbeirates Lobetal in das Begegnungszentrum in Alt-Lobetal gekommen. Sie alle wollten vor allem eins: genauere Informationen über die anstehende Unterbringung von Flüchtlingen in dem Bernauer Ortsteil.

Zwischen dem Landkreis Barnim und der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal wurde die Unterbringung von 26 Flüchtlingen in Wohnungen der Stiftung vereinbart. Da der Einzug bereits für Anfang März geplant ist, wurde die Ortsbeiratssitzung genutzt, um die Bevölkerung umfassend zu informieren und Fragen zu beantworten. Silvia Ulonska, Sozialdezernentin des Landkreises Barnim, erläuterte die aktuelle Situation im Barnim: 440 Flüchtlinge hatte der Landkreis im vergangenen Jahr unterzubringen, in diesem Jahr werden es wohl über 800 Personen sein.

Im Lobetaler Haus „Bucheneck“ werden im März 26 Menschen in zwei Wohngemeinschaften und eine große Wohnung ziehen. „Das Haus ist in den letzten Wochen renoviert worden. Ein Mietvertrag wurde mit dem Landkreis zu ortsüblichen Konditionen geschlossen, so dass nun gute Voraussetzungen bestehen, damit die Flüchtlinge den Schritt in ein wohnliches Umfeld gehen können“, so die Geschäftsführer der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal, Pastor Johannes Feldmann und Martin Wulff.

Eine Wohngemeinschaft wird aus Männern aus dem Tschad bestehen, sie beziehen als erste ihre neue Unterkunft, erklärte Silvia Ulonska. In die zweite Wohngemeinschaft ziehen voraussichtlich Mitte des Monats syrische Flüchtlinge. Ende März wird dann noch eine Familie in die Wohnung im „Bucheneck“ einziehen. Die neuen Bewohner werden durch Sozialbegleiter des Landkreises Barnim und den Migrationsfachdienst der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal begleitet. Wie der Landkreis weiter mitteilte, hätten die Flüchtlinge teilweise bereits gute Deutschkenntnisse und werden in ihren aktuellen Übergangseinrichtungen „auf das eigenständige Leben in Wohnungen“ vorbereitet.

Bürgermeister André Stahl betonte: „Bernau muss und will als zweitgrößte Stadt im Landkreis Barnim ihrer Verpflichtung bei der Unterbringung von Flüchtlingen nachkommen. Wir haben als reiches Land gemeinsam diese Aufgabe zu schultern. Und wir sollten vor allem eins nicht tun: Die Kritik, die es an der Asylpolitik in Deutschland gibt, auf dem Rücken der Schwächsten austragen, die zu uns fliehen.“ Er sei zuversichtlich, dass die Lobetalerinnen und Lobetaler sich als gute Nachbarn zeigen. Er versicherte, dass die Stadt sie dabei unterstützen werde.

Viele nutzten die Einwohnerfragestunde, um ihre Sorgen vorzutragen: Wie können die Flüchtlinge im Ort integriert werden? Welche Rechte und Pflichten haben sie? Wie kann man das Sicherheitsgefühl der Menschen verbessern? Am Ende stellte Ortsvorsteher Hans-Günther Hartmann fest: „Die ausländischen Flüchtlinge und neuen Einwohner und Einwohnerinnen sind in unserer Ortschaft willkommen. Wir werden alles tun, damit sie hier schnell heimisch werden.“ Vorbehalte könne man schließlich nur ausräumen, indem man miteinander ins Gespräch komme. Daher solle es bald einen Willkommensabend für die neuen Nachbarn geben.

 

Das Bernauer Netzwerk für Weltoffenheit hat eine Willkommensinitiative angeregt, koordiniert wird sie über die Agentur Ehrenamt, Brauerstraße 9, E-Mail: info@ehrenamt-barnim.de, Tel. 03338 3603137, Sprechzeiten: Dienstag  9–12 Uhr und Donnerstag 9–15 Uhr.

 

Quelle: Pressestelle Stadt Bernau bei Berlin