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Malerei und Kohlezeichnung im Bernauer Rathaus

Verona Radloff hat Freude an Farben. Pastell- und Ölkreiden, Wasser- und Acrylfarben sind von ihr bevorzugte Materialien, um Landschaften, Stillleben, Stadtansichten und Porträts aufs Papier zu bringen. Farbenfreude scheint für die Künstlerin Lebensfreude zu sein. Und diese Freude überträgt sich schnell auf den Betrachter ihrer Bilder. Ist ihr allerdings das Wesentliche, die Konzentration in einer Darstellung wichtig, wählt sie die Reduzierung auf Schwarz-Weiß. So eindrucksvoll zu sehen in zwei Frauenporträts als Kohlezeichnungen. Es gibt nichts Ablenkendes und nichts Verklärendes, es gibt nur die direkte Widergabe.

 

Erst kurz vor der Ausstellungsöffnung vollzog Verona Radloff an ihrem jüngsten Bild – „Blaues Wunder“ – den letzten Pinselstrich. Am Ende einer Straßenflucht bildet der blaue Gaskessel, genannt Blaues Wunder, den Bildmittelpunkt – für Bernauer eine vertraute Ansicht. Die Künstlerin zog 2012 von Berlin nach Bernau. Sie ist hier heimisch geworden – so kann man es jedenfalls ihren Erzählungen entnehmen – und vielleicht wird man das schneller, wenn man eine fremde Stadt, eine umgebende Landschaft mit Pinsel und Ölkreide erobert. Intensiver kann ein Ankommen kaum geschehen.

 

Verona Radloff malt seit frühesten Kindertagen. Die Dinge, die sie umgeben, mit denen sie lebt, zeichnerisch abzubilden, vielleicht damit auch zu bewahren, ist ein Anliegen ihrer Malerei. Sie skizziert und malt ausschließlich vor dem Motiv. Das Erdachte, Abstrahierte ist ihre Sache nicht. „Ich brauche das Identische“, so sagt sie, „die Inspiration durch den momentanen Eindruck ist so für mich am stärksten“.

 

Geboren im Erzgebirge, verbrachte die Künstlerin ihre Schulzeit in Pirna. Schon dort entwickelte sie ihr künstlerisches Talent in verschiedenen Mal- und Zeichenzirkeln. Nach dem Abitur ging sie zum Abendstudium an die Kunsthochschule Dresden. Den sicheren Platz zum Direktstudium trat sie nicht an. Ihr Ehemann hielt sie ab: „Mach doch etwas Ordentliches! Malen kannst du immer noch.“ Das Ordentliche war dann ein Volkswirtschaftsstudium in Berlin. Pinsel und Stift wurden aus der Hand gelegt. Arbeit und Familie boten nicht mehr die nötigen Freiräume für das künstlerische Schaffen. Die Liebe zur Malerei aber hatte sie nicht verloren und so griff sie 2007 erneut zu ihren Malutensilien. Da hatte sich inzwischen ein Stück Leben angestaut, Lebensbrüche hatte es gegeben, das musste in Farben umgesetzt werden – nicht wild aggressiv, vielmehr im Finden der Dinge, im stillen Betrachten, im Erleben von Natur und den Menschen um sie herum. „Malen ist meine Lebenserfüllung. Ich muss das tun!“ Ambitionierter kann man als Künstler wohl kaum sein. Und in ihrem Ehemann hat sie darin inzwischen einen sehr treuen und unterstützenden Begleiter gefunden.

 

In der Ausstellung liegt darüber hinaus das erste Kinderbuch der Künstlerin aus, erschienen 2011 im Papierfresserchen MTM-Verlag: „Arne und der Eisbär“, geschrieben und illustriert von Verona Radloff.

 Wir danken  Sabine Oswald-Göritz 

Die Ausstellung kann vom 3. November 2015 bis zum 8. Januar 2016 zu den Öffnungszeiten des Rathauses (Montag, Mittwoch und Donnerstag von 7 bis 16.30 Uhr, Dienstag von 7 bis 18.30 Uhr, Freitag von 7 bis 13.30 Uhr) besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.

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