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Eine Geschichte. Zwei Kanäle. Eine Zukunft.

Guter Kanal: Barnimer und Bromberger widmen sich  gemeinsam der Geschichte an Wasserwegen mit dem Projekt:

„Eine Geschichte. Zwei Kanäle. Eine Zukunft.“

 

10-02-09-finowkanal 1Der Förderderverein  „Unser  Finowkanal  e.V.“  setzt  mit  der  polnischen  Stadt  und  Universität Bydgoszcz (Bromberg), dem  Museum Eberswalde sowie der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNNE) ein deutsch-polnisches Kultur- und Geschichtsprojekt unter dem Titel „Eine Geschichte. Zwei Kanäle. Eine Zukunft“ um. Vom  5.bis zum 7. Februar 2016 war der Verein zu Gast in Bydgoszcz (Bromberg) zu einem  Erfahrungsaustausch. Am 5. Februar wurde die mehrsprachige Ausstellung „Der Finowkanal gestern – heute – morgen“  von der deutschen Delegation aufgebaut und mit großer Resonanz auf dem Kahn Lemara eröffnet. Rund 50 Besucher verfolgten interessiert die Einführung in die Ausstellung und die Erläuterung der Zielsetzung des Projekts. Die Frage, was die beiden Städte Eberswalde und Bydgoszcz verbindet, stand dabei natürlich im Vordergrund. Die Antwort ist schnell gegeben. Aufgrund der engen historischen Beziehung zwischen dem Finowkanal und dem Bromberger Kanal suchte die Initiative Unser Finowkanal e.V. den Kontakt zur Stadt Bydgoszcz (Bromberg). Mit Bydgoszcz verbindet uns die gemeinsame Kanalgeschichte. Der Bromberger Kanal und die Wasserstraße dort hin über die Warthe,  Netze und Brahe wurden auf Veranlassung unseres preußischen Königs und Wasserbau-Enthusiasten, Friedrich II., kurz nach 1740 gebaut. Friedrich II. wollte ein leistungsfähiges Wasserstraßen-netz schaffen, um das Land wirtschaftlich voran zu bringen. Zielsetzung ist nun, künftig eng mit Bydgoszcz zusammenzuarbeiten, um einen gemeinsamen UNESCO-Antrag zu erarbeiten und auf dem Weg dorthin eine enge wassertouristische Zusammenarbeit zu forcieren. An den folgenden beiden Tagen in Bydgoszcz gab es ausreichend Zeit, sich mit wichtigen Vertretern der Stadt, der Wasserdirektion, der Universität und des Kanalmuseums zu konkreten Umsetzungsschritten intensiv zu verständigen.

 

10-02-09-finowkanalZum Projekt: In den nächsten Monaten wird die Ausstellung an verschiedenen Orten der Stadt (Rathaus, Bibliothek Universität, Kulturzentrum, Kanalmuseum)  und in weiteren Städtern Polens (z.B. Stettin) zu sehen sein und auch im Herbst auf der Weltkanalkonferenz in Schottland.

Mit 13.455 Euro unterstützt das Brandenburger Agrar- und Umweltministerium  dieses  deutsch-polnische  Kultur-  und  Geschichtsprojekt. Der Eigenanteil wird mit Unterstützung der Stadt und des Lions-Clubs finanziert.

Das Projekt baut auf der im Eberswalder Museum präsentierten Ausstellung „Der Finowkanal  gestern  –  heute  –  morgen“  auf.  Die  Entwicklung  einer  mehrsprachigen  Variante (Polnisch und Englisch) zur bestehenden Wanderausstellung über den Finowkanal soll ausländischen  Besuchern  den  Zugang  erleichtern.  Eine  mehrsprachige  Web-App  mit QR-Code soll Besucher künftig zur Erkundung der Kulturlandschaft Finowtal einladen.

Die  mehrsprachige  Wanderausstellung  wird ab 5. Februar  2016  beim  polnischen  Partner  in Bromberg erstmalig der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

10-02-09-finowkanal2Mit der Umsetzung wird das bisherige Informationsangebot durch den polnischen Partner erweitert – auf 22 Roll-ups wird zukünftig über die Geschichte des Finowkanals und des Bromberger Kanals informiert.

Beide Kanäle sind nicht nur über das internationale Wasserwegenetz miteinander verbunden, es gibt auch Gemeinsamkeiten in dem Bemühen, das jeweilige Umfeld touristisch besser zu erschließen.

 

Der  Verein  möchte  rechtzeitig  vor  der  Weltkanalkonferenz  2016  in  Schottland  fertig werden, um auch im Umfeld dieses Ereignisses die deutsch-polnische Kanalkooperation gut zu präsentieren. Eberswalde erhofft sich insbesondere eine Unterstützung der weiteren  wassertouristischen  Entwicklung  der  Finowkanalregion  beziehungsweise  die  gemeinsame Vermarktung der internationalen Wasserstraße E70.

Die  internationale  Wasserstraße  E70  verbindet  Westeuropa von  Rotterdam/Paris  über Berlin und Nordpolen mit der Region Kaliningrad (Königsberg in Ostpreußen) und den weiter  östlich  gelegenen  Wasserwegen.  Im  Landkreis  Barnim  gehört  der  Oder-Havel-Kanal mit dem beeindruckenden Schiffshebewerk 10-02-09-finowkanal3Niederfinow, das derzeit durch einen Neubau ersetzt wird, dazu. Der polnische Abschnitt ist einer der interessantesten Waseerwege Polens. Er führt über insgesamt 28 Staustufen aus der Oder bei Küstrin in den Oder-Weichsel-Wasserweg entlang der Warthe, Netze, und Brahe über die verbindenden Kanäle zunächst im Bromberger Knoten in die Weichsel. Aus der Weichsel geht es über die Nogat weiter und dann hinter Elbing in das Frische Haff.

Der 31,9 Kilometer lange, historische Finowkanal – heute nur noch touristisch von Bedeutung  –  ist  die  älteste  noch  befahrbare  künstliche  Wasserstraße  Deutschlands.  Als Gastgeberin der 2. Brandenburgischen Landesgartenschau hatte Eberswalde 2002 auch deshalb mit „Blütenträumen am Finowkanal“ geworben. Fernziel ist die Anerkennung des Finowkanals als UNESCO-Welterbe.

 

Projektträger: 

Förderverein Unser Finowkanal e.V. , Verein  zur  Förderung  des  Erhalts  des  industriellen  Kulturerbes  und  der  nachhaltigen Entwicklung des wassertouristischen Potenzials in der Finowkanalregion

Prof. Hartmut Ginnow-Merkert (Vorsitzender), Thomas Winkler

Kupferhammerweg 4-6 , 16225 Eberswalde , http://unser-finowkanal.eu/

 

Foto: Sandra Riewe

Bericht: Ramona Schönfelder / unser Finowkanal