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Warum müssen Pendler aus Biesenthal warten?

Pendler aus Biesenthal müssen warten

Umfangreiche Baumaßnahmen der Bahn AG und fehlende Fahrzeuge von Bombardier führen zu Verzögerungen und Ausfällen bei den RE-Linien zwischen Eberswalde und Berlin.

Die Biesenthaler Pendler sind sauer. Seit Anfang Februar diesen Jahres fallen ungewöhnlich viele Züge nach und von Berlin aus, verspäten sich oder sind verkürzt. Die SPD-Abgeordnete Britta Müller fragte in einer kleinen Anfrage nach den Gründen für die massiven Einschränkungen in diesem Streckenabschnitt. Auch die Landesregierung spricht in ihrer Antwort von einer „Ausnahmesituation“ auf den Linien RE 3 und RB 24. Vorwiegend zwei Gründe nennt das Ministerium für Infrastruktur: Umfangreiche Baumaßnahmen der Bahn AG und fehlende Fahrzeuge von Bombardier.

Gleisbauarbeiten

Zwischen Berlin-Blankenburg und Berlin-Karow wird ein zweites Fernbahngleis gebaut. Seit dem 9. Februar bis zum 1. April 2018 ist der komplette Zugverkehr auf dem Abschnitt gesperrt, betroffen ist auch die Regionallinie RE 3. Auf dem 3,1 km langen Teilstück wird an den Gleisen, Signalen und Brücken gearbeitet. Allein 13 Brücken werden zwischen Berlin-Buch und Bernau neu gebaut. Der RE 3 muss also eine Umleitung fahren und benötigt 25 Minuten mehr, der bisherige Takt und der Fahrplan musste angepasst werden. „Der Ausbau der Strecke ist wichtig und sorgt langfristig für eine schnellere Verbindung. Die Landesregierung hat mir in ihrer Antwort mitgeteilt, dass bisher in der Regel die Streckensperrungen am Wochenende stattfanden. Ich hoffe sehr, dass dies auch bei den zukünftigen Baumaßnahmen umsetzbar ist, damit die Pendler so wenig wie möglich an Einschränkungen haben.“ kommentiert Britta Müller die Antwort auf die kleine Anfrage.

fehlende Fahrzeuge

Neben den Bauarbeiten seien fehlende und mangelhafte Fahrzeuge des Herstellers Bombardier ein Grund für die Verzögerungen, so die Erläuterung der Landesregierung. Bombardier Transportation hat die bestellten Doppelstocktriebzüge bislang nicht ausliefern können. Zwischen dem Hersteller und dem Eisenbahnbundesamt seien noch zulassungstechnische Fragen zu klären. Die neuen Züge fehlen und es gibt keine ausreichenden Fahrzeugkapazitäten, um die verlängerte Strecke des RE 3 zu bewältigen. Auf der Linie des RB 24 gibt es wiederum Mängel bei den Neufahrzeugen „Talent 2“ von Bombardier, so dass die Strecke mit verkürzten und vollen Zügen fahren muss.

„Insgesamt macht mich die Antwort der Landesregierung nicht glücklich, denn es wird weitere Einschränkungen für die Biesenthaler geben. Es ärgert mich aber besonders, dass diese teilweise an verspäteten Auslieferungen von Neufahrzeugen und den Mängeln bei Neufahrzeugen liegen. Das führt zu unnötigen Unannehmlichkeiten.“ so Britta Müller verärgert.

Mitmachen

Die nächste Gelegenheit, sich zum öffentlichen Nahverkehr zu äußern und sich konstruktiv zu beteiligen wird es am 16. Juni in Angermünde geben. „Die Veranstaltung ist ein Regionaldialog zum Nahverkehrsplan für Nordostbrandenburg. Am Ende soll sich das Angebot für die Fahrgäste verbessern. Dazu sind die Bürgerinnen und Bürger eingeladen, sich einzubringen.“ so die Landtagsabgeordnete für den Barnim weiter.

Erarbeitung des Landesnahverkehrsplans (LNVP)
Zeit: Freitag, 16. Juni 2017 von 10:00 bis 14:00 Uhr
Ort: Ratssaal Stadt Angermünde
Markt 24
16278 Angermünde

Anmeldung bis 22. Mai 2017 unter lnvp.mil@mil.brandenburg.de

 

Quelle: Britta Müller Mitglied des Landtages Brandenburg

Pressemitteilung der Stadt Eberswalde zur Schließung des Werkes Eberswalde der DB Fahrzeuginstandhaltung.

Abstimmung zur Rettung des Werkes Eberswalde

Abstimmung zur Rettung des Werkes Eberswalde der DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH

 

Die Rettung des Werkes Eberswalde der DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH ist das erklärte Ziel, dass einen Tag nach der Schließungsmitteilung, von Politik und Gewerkschaft verkündet wird. Auf Initiative von Eberswaldes Bürgermeister Friedhelm Boginski trafen sich heute Vormittag Brandenburgs Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger, Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers, der Betriebsratsvorsitzende des Werkes Eberswalde, Ulf Boehnke, sowie Barnims Landrat Bodo Ihrke zu einem Krisengespräch. Vertreter aus dem

Fotos (Stadt Eberswalde): Betriebsratsvorsitzender Ulf Boehning, Amtsleiter für Wirtschaftsförderung Jan König, Bürgermeister Friedhelm Boginski, Minister Ralf Christoffers und Jörg Vogelsänger sowie Landrat Bodo Ihrke

Fotos (Stadt Eberswalde): Betriebsratsvorsitzender Ulf Boehning, Amtsleiter für Wirtschaftsförderung Jan König, Bürgermeister Friedhelm Boginski, Minister Ralf Christoffers und Jörg Vogelsänger sowie Landrat Bodo Ihrke

Vorstand der Deutschen Bahn sagten ihre Teilnahme kurzfristig ab.

„Die derzeitige Situation ist nicht akzeptabel. Politik und Gewerkschaft müssen jetzt zusammenarbeiten. Wir müssen gemeinsam den Druck erhöhen, denn in meinen Augen agiert das Bundesunternehmen unverantwortlich“, äußerte sich Eberswaldes Bürgermeister Friedhelm Boginski. Politik aus Stadt, Kreis und Land sowie Werksbelegschaft haben seit einem Jahr Aktivitäten zur Rettung des Werkes unternommen. Erst vor drei Monaten wurde der Deutschen Bahn AG vom Werk Eberswalde ein Konzept zum Erhalt und zum Ausbau des Standortes vorgelegt. Landrat Bodo Ihrke bezeichnete die Vorgehensweise der Deutschen Bahn AG als empörend: „Es wurde keine Alternative geprüft. Wir müssen jetzt so schnell wie möglich in den Arbeitsmodus kommen.“

Als erstes Resultat des Gespräches wurde die Bildung eines Arbeitskreises beschlossen. Unter der Leitung des Wirtschaftsministeriums werden das Infrastrukturministerium, das Arbeitsministerium, die Zukunftsagentur Brandenburg zusammen mit der Stadt Eberswalde und dem Landkreis Barnim gemeinsam daran arbeiten, dass der Standort in Eberswalde erhalten bleibt. Die Einladung zur Zusammenarbeit haben noch am gleichen Tag Klaus-Dieter Hommel, der stellvertretende Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft, und Jens Schwarz, der Vorsitzende des Konzernbetriebsrates der Deutschen Bahn AG, ausdrücklich angenommen.

Die Gewerkschafter wollen nicht einen Standort gegen den anderen ausspielen, sie wollen einem Teil der Beschäftigten vor Ort eine realistische Chance ermöglichen. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Werk Ende Dezember 2016 geschlossen wird“, sagte Jens Schwarz.

Besonders bitter im Gesamtkontext der geplanten Schließung des Eberswalder Werkes der Fakt, dass der Großteil der Belegschaft bereits Erfahrungen mit Schließungen und Arbeitsplatzumsiedlungen haben.

Am Mittwoch gab die Deutsche Bahn AG offiziell bekannt, dass die zwei Werke Eberswalde und Zwickau der DB Fahrzeuginstandhaltung bis Ende 2016 geschlossen werden.

 

Wir danken der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Eberswalde