Streik im ÖPNV in Bernau

Wir waren heute wieder bei den Streikenden vor Ort in Bernau und haben mit ihnen gesprochen. Worum geht es ihnen? Warum wird gestreikt?

Am Standort Bernau leisten ca. 60 Kollegen jeden Monat 450 Überstunden. Also ein Mehr zu ihrer normalen Arbeitszeit. Also ca. 7 Stunden die der Einzelne mehr arbeitet. Das hört sich im Moment nicht viel an, aber da sich die Zeit summiert, kommen Monat für Monat Stunden hinzu. Die meisten Kollegen würde diese Mehrstunden gern als Freizeitausgleich nutzen um sich wieder zu erholen. Das ist aber nicht möglich. Ebenso ist der Schichtrytmus so, das unter Umständen die Kollegen 13 Stunden auf Arbeit sind, aber davon mehrere Stunden nicht eingesetzt werden können und damit keine Arbeit haben. Aber sie sind auf Arbeit.
Ebenso sind für sie einige soziale Komponenten nicht stimmig. So gibt es derzeit nur eine Toilette am Betriebsstandort. Die Fahrer/innen dürfen die Toilette am Bahnhof zwar mit nutzen, aber diese ist laut den Fahrern sehr oft verschmutzt oder geht nicht, so das man nicht drauf gehen möchte oder sie ist besetzt. Einen Aufenthaltsraum am Bahnhof gibt es auch nicht.
Sie kritisieren das vom Bund/Land die Mittel immer mehr gekürzt werden. Fehlende Gelder können so nur zu Lasten der Angestellten kompensiert werden, oder es werden die Fahrpreise erhöht.
Sie fordern 6% mehr Lohn auf 12 Monate. Derzeit bietet ihnen der Arbeitgeber 3% auf 24 Monate was für sie nicht akzeptabel ist.
Soweit der Stand heute, ob weitere Streiks folgen werden, hängt vom Angebot der Arbeitgeber ab. Die Fahrer wollen nicht streiken, weil auch sie wissen was es für viele Menschen bedeutet wenn der Bus nicht kommt.

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