Grundschüler aus Bernau besuchen Kläranlage

Auf Erkundungstour im Klärwerk

Grundschüler aus Bernau besuchen Kläranlage in Lobetal – wirksame Klärung für sauberes Lebenselixier Wasser

 

BERNAU BEI BERLIN. Was in Lobetal und Rüdnitz in Abflüssen, Toiletten und Gullys verschwindet, taucht am Arbeitsplatz von Siegfried Lieke – der Kläranlage Lobetal – wieder auf. Einen Blick hinter die Kulissen haben am Freitag (22. April) Kinder der evangelischen Grundschule Bernau geworfen. Sie besprechen in der Schule gerade den Wasserkreislauf. „Das Klärwerk ist gleichermaßen Ende und Anfang dieses Kreislaufes“, sagt Siegfried Lieke, Abwassermeister bei den Stadtwerken Bernau. Auf der Kläranlage wird das Abwasser der ca. 2.700 angeschlossenen Haushalte von Lobetal und Rüdnitz gereinigt, aufbereitet und sauber in das Feuchtgebiet Upstallfließ eingeleitet. „Wasser wächst nicht nach, es befindet sich in einem unendlichen Kreislauf. Von daher müssen wir gut auf unser Lebenselixier achtgeben“, betont Siegfried Lieke. Die Stadtwerke Bernau kümmern sich im Auftrag des Wasser- und Abwasserverbands Panke/Finow (WAV Panke/Finow) im Verbandsgebiet um die Trinkwasserversorgung und die Abwasserreinigung der rund 45.000 angeschlossenen Haushalte und betreiben das Klärwerk in Lobetal.

 

„Bei uns ist es so selbstverständlich, dass stets frisches und sauberes Wasser aus dem Hahn fließt, dass kaum jemand darüber nachdenkt, was man dafür hinter

Die Grundschüler stehen zusammen mit Siegfried Lieke, Abwassermeister bei den Stadtwerken Bernau, vor dem großen Klärbecken. Hier reinigen Bakterien, sogenannte Kleinorganismen, das Wasser bevor es in den Wasserkreislauf abgegeben wird.

Die Grundschüler stehen zusammen mit Siegfried Lieke, Abwassermeister bei den Stadtwerken Bernau, vor dem großen Klärbecken. Hier reinigen Bakterien, sogenannte Kleinorganismen, das Wasser bevor es in den Wasserkreislauf abgegeben wird.

den Kulissen jeden Tag leisten muss“, meint der Abwassermeister der Stadtwerke. Dabei gibt es zwei Aspekte: Zum einen benutztes Wasser aus Haushalten und Betrieben, zum anderen Regenwasser, das in bebauten Bereichen abgeführt werden muss. Das anfallende Schmutzwasser wird über ein weit verzweigtes Rohrsystem wie Kanalanlagen, Druckleitungen, Pumpwerken und Rückhaltebecken transportiert. Der Großteil des Abwassers fließt jedoch nicht in die Kläranlage Lobetal, sondern in das Klärwerk Schönerlinde der Berliner Wasserbetriebe. Der Anfrage der Grundschule sind die Stadtwerke Bernau gerne nachgekommen: „Sauberes Wasser ist ein kostbares Gut. Wirksame Reinigungsprozesse sind das eine, wichtiger ist jedoch das Wasser möglichst wenig zu verschmutzen“, erklärt Pressesprecherin Bettina Römisch und ergänzt: „Kinder dafür zu sensibilisieren, ist uns ein Anliegen. Wir wollen die Wasserschützer von morgen schon heute unterstützen.“

 

Bakterien reinigen Wasser
Pro Jahr klären die Stadtwerke Bernau auf der Kläranlage in Lobetal rund 120.000 Kubikmeter Abwasser. Wenn das Abwasser in der Kläranlage mit kurzen Wegen von den Haushalten ankommt, ist es relativ frisch. „Deshalb stinkt es hier eigentlich gar nicht so sehr, wie man es sich vorstellt. Ein bisschen kommt es aber aufs Wetter an. Je nach Wetterlage und veränderten Luftdruck riecht es mehr oder weniger“, beantwortete der Abwassermeister die Fragen der Kinder. Erste Station des Schmutzwassers ist die Vorreinigung. Mit der vorgelagerten Rechenanlage wird alles entfernt, was schwimmt und nicht hineingehört. Im Sandfang werden dann alle absetzbaren Stoffe wie Sand, Steine und vieles mehr herausgefiltert. „Ich kann nur den Kopf schütteln, was Menschen bestimmt  versehentlich so alles in Toilette und Abfluss werfen. Handtücher, Löffel oder Kämme sind keine Seltenheit“, erzählte Siegfried Lieke. Ist das Wasser von festen Stoffen gereinigt geht es nach der Vorreinigung zur Zwischenlagerung in den Vorlagenspeicher und von dort aus direkt in das große Klärbecken. „Dort leben kleine Bakterien, sogenannte Kleinorganismen, die sich von im Becken befindlichen Nährstoffen ernähren. Dadurch entfernen sie die Stoffe aus dem Wasser“, erklärte der Abwassermeister den Grundschülern. Andere Reste wie Reinigungsmittel, Zahnpasta oder Duschgel werden in weiteren biologisch-chemischen Reinigungsprozessen entfernt. Je nach Verschmutzungsgrad dauert die Reinigung im großen Becken zwischen sechs und zwölf Stunden.

 

Zurück in den Wasserkreislauf

Dass das Wasser nach dem Klären wirklich wieder sauber ist, begutachteten die Kinder am Klarwasserablaufbehälter. „Hier nehmen wir auch unsere Proben, die wir im Labor prüfen“, sagte Siegfried Lieke. Denn: Von dort wird das Wasser in das Feuchtgebiet Upstallfließ eingeleitet und fließt dann mit dem Fließ zum Hellsee, wo es aufgenommen und wieder in den Wasserkreislauf abgegeben wird. „Da gibt es strenge gesetzliche Grenzwerte“, erklärt der Abwassermeister und ergänzt: „In unserer Anlage führen wir zusätzlich zu den vorgeschriebenen vierteljährlichen Prüfungen einmal pro Woche eigene Analysen durch. Das Ergebnis: Wir liegen weit unterhalb der Grenzwerte!“, betonte er stolz.

 

Quelle: Stadtwerke Bernau

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