Birkholz ins Stromnetz der Stadtwerke Bernau integriert

 

Letzter Akt nach Gewinn der Stromkonzession: Spezialgerät bohrt unterirdisch für neue Mittelspannungsleitung – Trennung vom Netz der e.dis

 

BERNAU BEI BERLIN. Wie bei einer Schlüsselloch-OP haben die Stadtwerke Bernau zwischen Birkholz und der Schwanebecker Chaussee jetzt Kabel für die Mittelspannung verlegt. Auf einer Strecke von 550 Metern wurden sie mit einem Spezialgerät unterirdisch durchgepresst, mit dem sogenannten Spülbohrverfahren. Grund der Baumaßnahme war die Netzübernahme von der e.dis; die Stadtwerke Bernau haben die Ausschreibung der Stromkonzession 2011 für die Bernauer Ortsteile gewonnen. Danach galt es, das Stromnetz von Birkholz technisch aus dem Netz der e.dis herauszulösen und in das der Stadtwerke Bernau zu integrieren. „Das ist eine komplexe Sache, die einer sorgfältigen Planung bedarf und dann ganz praktisch sowohl Bau als auch Stilllegung von Kabeln bedeutet sowie viele Umschaltungen“, erklärt Oliver Gorski, zuständig für die Stromnetze bei den Stadtwerken Bernau. Im konkreten Fall zog sich das Genehmigungsverfahren hin, da in der betreffenden Kreisstraße bereits etliche Kabel verlaufen und es knifflig war, Platz für die zusätzlichen neuen Kabel zu definieren. Die Bauzeit selbst betrug dann lediglich drei Wochen. Die Stadtwerke Bernau freuen sich, dass nun auch der letzte Akt erledigt ist und Birkholz ins Stromnetz der Stadtwerke Bernau integriert ist. Die zwei Messpunkte zwischen den Netzen der Stadtwerke und der e.dis konnten inzwischen stillgelegt und abgerechnet werden. Insgesamt investierten die Stadtwerke Bernau in diesen Teil der Netzentflechtung rund 89.000 Euro. Durch die Einbindung des Ortsteils Birkholz wuchs das Stromnetz der Stadtwerke auf 572 Kilometer Stromleitungen.

 

Kleine Löcher, große Wirkung

Für das Verlegen der neuen Leitungen wurde ein modernes Spülbohrverfahren gewählt. „Dazu müssen wir nur punktuell aufgraben – das senkt die Kosten und reduziert die Einschränkungen für den Straßenverkehr“, erklärt Oliver Gorski und fügt an: „Die Stadtwerke Bernau wählen immer das wirtschaftlichste Verfahren und achten darauf, dass die Belastungen für Anlieger, Verkehr und Natur so kurz und gering wie möglich sind.“

 

Da an der Kreisstraße viele Leitungen von verschiedenen Anbietern verlegt seien, sei das Spülbohrverfahren hier das zuverlässigste gewesen, betont der Leiter der Abteilung Netze weiter. Alle 100 Meter setzte dazu eine Art überdimensionale Bohrmaschine auf die vorbereiteten, rund ein Quadratmeter großen Löcher an; ein Wasserstrahl bohrte quasi einen unterirdischen Hohlraum, Steine und Erdreich wurden herausgespült. Anschließend konnten Leitungen oder Leerrohre eingezogen werden. Durchgeführt wurden die Arbeiten von einer Spezialfirma.

 

Alte Zöpfe neu sortiert

Das Verlegen der neuen Mittelspannungsleitungen war einer von vielen Schritten, das Birkholzer Stromnetz in das der Stadtwerke zu integrieren. „Man spricht nicht umsonst von Entflechtung“, erklärt Oliver Gorski. „Das Bild vom Zopf ist nicht verkehrt, wenn auch stark vereinfacht. Man muss zwei Zöpfe zunächst auseinanderflechten, die Haare neu sortieren und dann wieder neu flechten – in diesem Fall wurde der e.dis-Zopf etwas dünner und unserer dicker“, beschreibt er das Vorgehen. „Wir arbeiteten hierzu mit den Kollegen von e.dis gut und eng zusammen“, betont Oliver Gorski. Die neuen Leitungen der Stadtwerke sind zum Ring geschlossen; das hat den Vorteil, dass Strom bei Störung einer Leitung von der anderen Seite in das betroffene Gebiet fließen kann. „Das erhöht die Versorgungsqualität enorm“, weiß der Fachmann. Damit stellen die Stadtwerke Bernau sicher, dass die Haushalte in ihrem Netzgebiet stets zuverlässig mit Energie versorgt werden. Auch den Informationsfluss in die Netzleitstelle, die das gesamte Netzgebiet der Stadtwerke steuert und überwacht, haben die Stadtwerke Bernau neu geregelt. Die Mitarbeiter dort haben Birkholz jetzt rund um die Uhr fest auf dem Schirm.

 

 

Wir danken Sven Anders/Leiter Kundenservice für diese Info

 

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