Baum des Jahres 2017 die Gemeine Fichte

Baum des Jahres 2017

Die Gemeine Fichte (Picea abies) ist der Baum des Jahres 2017, der jährlich von der Dr. Silvius Wodarz Stiftung nominiert wird. Am heutigen Tag des Baumes pflanzt die Stiftung WaldWelten mit Unterstützung von Bürgermeister Boginski, HNE‐Präsident Vahrson und Bäckermeister Wiese das siebte Mal den Baum des Jahres.

7. Baum an Allee an der Schwärzeachse

Nach der Elsbeere (2011), der Europäischen Lärche (2012), dem Wild‐Apfel (2013), der Trauben‐Eiche (2014), dem Feld‐Ahorn (2015) und der Winter‐Linde (2016) gesellt sich der „Brotbaum der deutschen Forstwirtschaft“ zur wachsenden Allee an der Schwärzeachse.

 Die Gemeine Fichte in Deutschland umstritten

Die einzige in Deutschland natürlich vorkommende Fichtenart ist stark umstritten. Ihr jahrzehntelanger Anbau in Monokultur steht dem von Politik und Umweltschutz geforderten naturnahen Waldumbau hin zu artenreichen Wäldern entgegen. Gleichzeitig wird ihr Holz als Bauholz und für die Papierherstellung benötigt, um die Nachfrage nach nachwachsenden Rohstoffen zu bedienen.
Ihre große Verbreitung erfuhr die Gemeine Fichte mit der beginnenden Industrialisierung und dem damit rasant wachsenden Bedarf an Holz als Heiz‐ und Baumaterial. Die natürlich vorkommenden Laubwälder waren durch Übernutzung dezimiert, ein schnell wachsender Ersatz musste her. Die Fichte ist heute mit 26 Prozent die dominierende Baumart in den deutschen Wäldern, kommt im Nordosten Deutschlands aber selten vor, da es für sie hier zu trocken ist.

Konflikt zwischen Wirtschaftlichkeit und Naturnähe

Stiftungsvorstand Dr. Bernhard Götz, der seine Dissertation zur Gemeinen Fichte verfasst hat, sieht den Konflikt zwischen Wirtschaftlichkeit und Naturnähe pragmatisch: „Mit dem Klimawandel wird sich die Fichte aus unserem gewohnten Waldbild nach und nach verabschieden. Geringere Niederschläge und wachsende Stickstoffbelastungen sowie die hohe Anfälligkeit für Schadinsekten und Windbruch setzen der Art zu. Wichtig ist es, rechtzeitig Alternativen zu finden.“

Suche nach Alternativen

Die Suche nach möglichen Alternativen ist eine Aufgabe, an der die Stiftung Waldwelten seit ihrer Gründung arbeitet. Aktuell untersuchen Wissenschaftler der HNE und der Stiftung Waldwelten im Rahmen des Waldklimafonds der
Bundesregierung das Potential von seltenen heimischen Baumarten wie der Elsbeere oder dem Wildapfel, sich der zunehmenden Trockenheit anzupassen.
Ab heute kann man sich die neu gepflanzte Fichte in der Nähe des Eingangs des Forstbotanischen Gartens ansehen.
Die Stiftung WaldWelten wurde 2010 als gemeinnützige Stiftung von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung und der Stadt Eberswalde ins Leben gerufen. Ihre Schwerpunkte sind die Waldforschung und der Naturschutz, die Umweltbildung und Kulturförderung. Die Stiftung ist offizielles Projekt der UN‐Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ und der UN‐Dekade Biologische Vielfalt.

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